
Ich kenne kaum ein kleines Mädchen,
das nicht einmal Prinzessin werden wollte. Ich war als Mädchen eher
die Ausgabe eines kleinen Jungen mit kurzen Lederhosen, kaputten
Knien, ausgebluteten Bonbons und Blaupapier von alten Lottoscheinen
in der Hosentasche.
Aber ich hatte auch meine geheime Schatzsucher- und Prinzessinnen-Ecke. Stoffe, Spitzen, Schals, alles was zum „Schönmachen, Verwandeln“ gut war.
In der alten Freundin meiner Mutter, Schneidermeisterin in einer alten, hochangesehenen, hochfeinen Firma in Hamburg, hatte ich eine gute Lehrmeisterin. Ihre Musterbücher waren mein Eldorado.
Familie hin, Familie her, lange Geschichten, Familiengeschichten, irgendwann war da mein erster Schal. Vom Großvater mitgebracht aus Rußland, 1,5 qm groß, kann man bequem durch einen Fingerring ziehen. Hauchfein wie eine Spinnwebe. Habe ich noch heute.
Dann kam da noch ein Schal aus dem Irak dazu, vom Großvater eben besagter Schneidermeisterin. Baumwollschal mit Silberzieherei. Da haben die wirklich noch „plattgehauenes Silber“ in so einen Schal eingewebt.
Und dann die Krönung von meinem Großvater der zu DDR Zeiten nach China und Indien reisen durfte, ein Schal mit Goldzieherei.
Alle drei Schals haben bei mir jahrelang sorgsam gehütet gelegen. Schätze, das Schöne haben mich seither begleitet, Kunst studieren, Kunst unterrichten, Restauratorin lernen, lange Auslandsaufenhalte, mit Kunst handeln, mit offenen Augen durch die Welt laufen.
Und wie es so geht, verändert sich auch die Blickrichtung. Barockmalerei, Biedermeiermalerei, antikes Glas, antike Kelmis. Das war mein erste großes Geschäft, Mensch was habe ich mir mit Kunststopferei an den Kelims als Studentin die Finger wund daran genäht.
Und plötzlich auf einem kleinen Markt sah ich diese Muster wieder, die Teppiche, die Schals. Als Alltagsgegenstand für „erwachsene Prinzessinnen“. Ich habe seitdem eine ganze Sammlung in meinem Schrank.
Die Pashminas, die Kuscheltücher aus dem Kaschmir, als Strickjackenersatz, als Plaidersatz, die Pashminas als Schmuckersatz. Inzwischen hat Tchibo aber auch Pashminhas, oder auch Paschima oder, oder, oder - was daraus inzwischen geworden ist.
Bei den Paschminas, die ich anbiete, offeriere ich keine Massenware. Der Kaschmirschal hat einen Namen und der heißt Qualität. Ich beziehe meine Ware immer noch von Kleinlieferanten aus der Region. Kann sein, dass der eine Pashmina etwas unregelmäßiger ist als der andere; aber Sie bekommen eben ein individuelles, einzigartiges Stück!